Sehr intelligenten, erfolgreichen, sehr gut aussehenden, ehrlichen, treuen, charmanten, stilvollen, gepflegten, humorvollen, charismatischen Gentleman mit Tiefgang, ohne Bauch, ohne Bart, ohne Glatze, mit vollem Haar, liebevoll, zärtlich, einfühlsam, romantisch, bodenständig, sportlich, geistig flexibel, durchtrainiert, charakterstark, Nichtraucher, ab 1,86 m, bis max. 38 Jahren, finanziell gesettelt, bisher ohne Kinder, aber der weiss, was er will und Verantwortung übernehmen kann.Na wenn es weiter nichts ist – sowas gibt es doch wohl wie Sand am Meer. Mit Bauch hat man übrigens mehr Tiefgang, aber das grenzt ja schon an Nautik. Ich scheide da wirklich nur um Haaresbreite aus – doch gerade diese Haare machen ja das Entscheidende aus. Fehlt eigentlich nur noch die Wunsch-"Gurkengröße" in dem Gesuch, aber die kriegt man bestimmt bei erster Kontaktaufnahme umgehend mitgeteilt...
Plötzlich stöckelte diese Göttin auf mich zu. Sie rief so was Ähnliches wie "BomChickaWahWah", um sich mir im nächsten Moment vor die Füße zu werfen und mir mit den Zähnen die Hose vom Leib zu fetzen. So ähnlich hätte es sich zutragen können, doch ich benutze ja gar nicht dieses Deo, welches besagten Effekt auslösen soll. Aber ich benutze ein anderes – ehe jetzt blöde Fragen kommen.
DAS, meine sehr verehrten Damen und Herren, nenne ich mal einen prächtigen grünen Klee. Nun will ich ihn nicht über denselben loben, aber er ist einfach der Größte. Ein wahres Wunderwerk der Natur. Und das auch noch in der vierblättrigen Variante.
Wenn man mit dem Handy ein bisschen in die Tiefen des "vodafone life!"-Portales abtaucht, endeckt man mitunter Interessantes, aber auch Bizarres.

Arbeitslosigkeit, Krankheit, Existenzängste – die Kinder sind oft die Leidtragenden, wenn eine Familie in Not gerät. Gerade sie brauchen in solchen schweren Zeiten Hilfe, Unterstützung und Menschen mit Herz – mit "Löwenherz".
Das gleichnamige Projekt halte ich für absolut förderungswürdig und möchte es gleich kurz vorstellen. Dazu habe ich zwei Artikel aus der Lingener Tagespost ausgewählt; der erste erzählt von dem Projekt, der zweite handelt leider von etwas Schrecklichem, was irgendein Unmensch diesem zugefügt hat. Nach diesem schlimmen Zwischenfall ist es nun umso wichtiger, zu helfen und die gute Sache zu unterstüzen. Aber seht selbst:
I'm going for a walk
not the after dinner kind
I'm gonna use my hands
and I'm gonna use my mind
...frisst der Teufel Fliesen. Fliegen sind diesen "Sommer" aus.
Die perfekte Alternative schließlich kommt aus dem Hause Teekanne und hört auf denselben Namen wie dieser Artikel hier: Kaminabend. Im letzten Jahr habe ich die Gaumenfreude für mich entdeckt und bin seither süchtig danach. Eigentlich ist dieses Highlight unter den Tees (heißt das wirklich so?) nur im Wintersortiment enthalten, doch ich konnte tatsächlich noch zwei Packungen im Supermarkt ausfindig machen und komme somit vorzeitig in eine kuschelig-marzipanhaltige Stimmung.
Ich würde auch gerne einen Bericht über die Wirkung schreiben, doch ist der Muntermacher selbst leider nicht mehr so munter und hat bereits im Jahre 2006 das Zeitliche gesegnet, bzw. das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht. Aber wie sagt Frau Mama immer: "Das ist ja minnnnndestens bis dahin haltbar, also vielleicht auch länger." Sie hat offensichtlich die grauen Zellen schon auf Mach 3 hochgeschraubt. Was nicht schimmelt ist auch nicht schlecht, also runter damit. Ach nein, lieber doch nicht. Das energiegetränkte Energiegetränk wurde ja schon andernorts energisch getestet und besprochen.
Jawoll, so muss es mittlerweile heißen. Zumindest, wenn man dem Warendisplay beim Discounter Glauben schenken mag. "Entschuldigung, was kosten denn bei ihnen diese schönen Süßigkeiten aus der Präsentei?" Ich meine, mir als Ruhrpottler kommt so eine Sprachverfremdung natürlich zugute, kann ich doch so dem unterdrückten Dialekt freien Lauf lassen: "Ich hab da gezz ma für ihnen eine Präsentei vorbereitet und danach gehn wa noch schön inne Pizzerei oder Dönerei und holen watt für'm Mittach!" Herrlich. Oder meinten die im SuperTrouperMarkt was anderes damit...?
Die Betonung liegt auf "Heim" - in diesem Fall meine ich das "Dullmannheim", denn es geht um das gemeinsame Holzwerkeln mit Opa, dem Murmeltier.
Folgender Hintergrund: Da ich meiner Schwester zum baldigen Geburtstag ein Garderoben- sowie ein Spiegelpaneel bauen wollte, aber in meiner Wohnung nicht den nötigen Platz und in der Garage immer den Eigentümer um mich herumschleichen habe, dachte ich mir: "Mensch, da fährste doch einfach nach den Oppa, der hat doch schließlich noch die eigene Werkstatt und auch immer das passende Werkzeuch parat."
Dabei hatte ich leider nicht bedacht, dass ich ja erst nachmittags Zeit habe, also genau dann, wenn er schon einige Pils intus und damit seinen absoluten Miesepeterpegel erreicht hat - der ohnehin schon immer relativ hoch ist. Hier kommt auch das Murmeltier ins Spiel, denn einen vor sich hinmurmeln ist das, was er am besten kann. Immer so schön halblaut denken, so dass man den Missmut mitbekommt, aber nur am Rande versteht, wer oder was mit "Arschloch", "Scheiße", "Schnauze" und "hört auf zu quatschen" gemeint sein könnte. Da fällt mir auf, dass ich den Tieren damit unrecht tue. Diese Bezeichnung ist noch zu gut für den Tyrann (sagte man früher nicht "Tyrannen"?), denn den Tieren geht diese Boshaftigkeit ab.
Wo war ich? Ach ja, in der Werkstatt. Es ging im Prinzip nur darum, von zwei 19er Dekorspanplatten jeweils 17 cm abzusägen und aus einer 22er MDF-Platte vier Keilleisten und zwei Abstandhalter zu schneiden. Nix Wildes eigentlich und mit seiner grooooßen Kreissäge auch kein Problem. Doch an die durfte der kleine Enkel ja nicht ran. 31 werde ich nächste Woche, doch das spielt keine Rolle. Also lieber die kleiiiine Säge für den kleiiiinen Junge(n). Die war aber schon bei deren letztem Gebrauch vor fünf Jahren so stumpf, dass man eher einen Pizzaschneider hätte benutzen können. Außerdem reichte die Schnitttiefe beim Sägen der Keilleiste auf 30° womöglich mit viel Wohlwollen gerade so eben aus. Aber so weit kamen wir ja kaum, denn schon nach wenigen Zentimetern fraß oder fresste (ich benutze zwischendurch Opadeutsch) sich das Sägeblatt fest. Irgendwie gelang es mir aber dennoch, die Säge durch das Werkstück und den Opa, der selbiges festzuhalten versuchte, mitsamt den Böcken, die es hielten, beiseite zu schieben. Macht Spaß, mit einem alkoholisierten Träger eines Oberschenkelimplantates, der dazu noch täglich einen Riesen-Medikamentencocktail einnehmen muss, zu arbeiten. Ist auch kaum gefährlich, ein Glück.
"Gezz muss ich 'n neues Blatt kaufen... morgen kann ich ers'ma' 'n neues Blatt kaufen... das Blatt ist kaputt, da kann ich ers'ma' 'n neues kaufen...", murmelte der Murmelkasper vor sich hin. Schuld daran trug natürlich ich, obgleich ich mich entsinne, dass das Scheißding schon seit jeher stumpf ist wie der Besitzer selbst. So, nun noch die zweite Platte schneiden, vielleicht nehmen wir ja nun die große Säge, die es mit ihren 1400 Watt ein klein wenig leichter haben dürfte. "Nee, die ist zu schwer..." - und ich füge ergänzend hinzu: "für den kleiiiinen Junge". Danke für soviel Vertrauen. Also dann: Opa stand wieder vom Stuhl auf, den man ihn bei jeder Tätigkeit an die Seite, oder besser gesagt genau in den Weg stellen muss, damit er sich auch immer schön setzen kann. Er hat ja Beine, Füße und Rücken, muss aber immer mittenmang dabei sein, denn a) könnte er ja was verpassen, b) machen alle anderen eh alles falsch und c) ist er ja froh, wenn er auch mal was anderes sieht als sein Büro im Keller und "Sturm der Liebe" im Ersten oder Zweiten oder auf NDR oder oder.
Wieder musste ich die Säge mit Gewalt durch die Platte würgen, so dass die Schnittkante schon schwarz wurde und ich mich gleichfarbig ärgerte. Das Geräusch wurde von einem "da kann ich ein neues Blatt kaufen"-Gemurmel begleitet, was mir den Schweiß noch um einige Liter mehr auf die Stirn, unter die Arme und zwischen die Arschbacken trieb. Die Bude, Opa und ich waren mittlerweile voller Sägemehl, denn von der Möglichkeit der Absaugung, bzw. der Arbeitsverlagerung auf den Garagenhof hielt er nix, der Meister. "Dat bisken.. , dafür machen wa gezz kein Aufwand!" Natürlich, lieber könnte ich ja hinterher wieder zu seinen Füßen den ganzen Panhas mit dem kleinen Handfeger auf- und aus sämtlichen rappelvollen Regalen herauskehren. Vermutlichen ist er jetzt auch noch dominant-altersschwul und dem geht noch einer ab dabei, wenn er noch immer den Meister spielen kann - wenn auch nicht im Sanitärhandwerk. Zur Erklärung: Wir sind nicht blutsverwandt, also wäre das durchaus denkbar. Wobei, das gibt's ja auch in extremen Fällen, obwohl die Leute verwandt sind, aber wir leben ja hier nicht auf dem Land.
Egal, nun noch schnell die Keilleisten für die Aufhängung. "Opa, die Platte ist 22 mm stark, wenn ich das Sägeblatt auf 30° stelle, komme ich doch da erst recht nicht durch!" - "Dat Material is vielleicht nich so hart wie dat andere.." Zack, wieder steckengeblieben und die drei Böcke - also Opa und die beiden Arbeitsdinger da - soweit verschoben, dass sie fast zusammengeklappt wären. Auch alle drei. Mittlerweile hatte ich 400 Puls und wollte die Scheiße hinschmeißen. "Was ist denn nun mit der anderen Säge?", fragte ich wutentbrannt. "Die kann man nicht auf Gehrung stellen", entgegnete der mehr und mehr zum Gegner mutierte Großvater. "Dann lassen wir es einfach, ich hau dann ab" - "Hol die doch ma her, so genau weiß ich dat gar nich..." Aha! Geht doch. Aber nach welchen Strapazen, das steht auf einem anderen Blatt, bzw. weiter oben im Text.
Jetzt kam auch noch Oma dazu, die zuvor den Garten gießen durfte, wollte oder musste. Auch sie sehnte sich anscheinend nach ein bisschen Sägemehlpanade und so standen wir zu dritt in der staubigen Enge der Garage, auf deren dach die Sonne munter bruzzelte und die Teerpappe von einem Aggregatzustand in den nächsten jagte. Im Endeffekt ist nun keine der Platten winklig, da Opa im Halbdunkel weder anzeichnen, noch messen, noch überhaupt was sehen konnte - schlechten Lichtverhältnissen, aufgewirbeltem Staub und grauem Star seien Dank. Ich meine, das Anzeichnen habe ich ja dann lieber übernommen, doch auch die wirklich nicht so herausfordernde Aufgabe, mal eine Schraubzwinge für die Führungsleiste anzuziehen, erfüllte der alkoholisierte Murmler ganz und gar nicht zu meiner Zufriedenheit. "Kommt doch nich so auffen Schnaps an, oder?" Doch, kommt es, da nachher noch ein Kantenschutz aus Alu ringsum angebracht werden sollte.
"Dat is nich so leicht, solche Leisten auf Gehrung zu sägen... lass dir dat gesacht sein... aber ihr hört ja nicht auf ein'!" Oh, natürlich ist es nicht leicht, wenn man die Kanten der Platte zickzackförmig sägt, weil die Führungsschiene permanent verrutscht und das Sägeblatt im Arsch ist. Und mit dem dauernden Majestätsplural kann man mich auch nicht so einfach besänftigen, von wegen "ihr hört ja nicht".
"Wenne die Leisten hier sägen wills', kannze ja runnerkommen...!" ...AAAAAAAHHHH!
So hart und undankbar sich diese Schilderung auch anhören muss, aber die Menschen, die den "Tyrann im Blaumann" kennen, werden beim Lesen zustimmend nicken. Ich habe ihn ja lediglich um die Benutzung seines Werkzeuges gebeten, doch er muss ja immer mit dabei sein, man bekommt also nur das Komplettpaket aus Vorwürfen + Werkzeug.
Die Folge: Das Projekt habe ich erstmal auf Eis gelegt, es gibt zum Geburtstag übermorgen ein Ausweichgeschenk für Schwesterchen und ich werde mir nach und nach meine eigene Werkstatt erweitern, um nicht mehr fragen zu müssen. Besten Dank.
Was hat das zu bedeuten? Zunächst mal ein herzliches "Tach", endlich wieder im Ruhrpott-Deutsch. Vier Wochen hatte ich nun hessisches Gebabbele um mich, da ich mich beruflich in Frankfurt aufhalten musste durfte. "Oh, der feine Herr - erst Hartz IV und dann auf einmal direkt ins Zentrum der Hochfinanz", mag man nun denken, doch weit gefehlt: Ich war nur in der Produktion "uff Mondaaasch", also habe von Mainhattan nicht viel gesehen. War vielleicht auch besser so, denn möglicherweise hätten uns die dynamischen und erfolgsorientierten Banker direkt als Unterschichtler aus dem Niedriglohnsektor entlarvt und mit Ihren Aktentaschen vermöbelt oder gar dem Schlips stranguliert.
So blieben der Kollege und ich vor Ort lieber im Vorort. Hat ja auch seinen Charme. Ach doch, einmal wagten wir uns mit dem KFZ ins Herz der Metropole, um mal ein bisschen durch die Innenstadt zu bummeln, landeten aber prompt auf der bekannten Sündenmeile, nämlich der Kaiserstraße. Dass das ein Versehen war, glaubt mir sowieso keiner, aber ich habe ein reines Gewissen. Aber mal was anderes: Was ist das für ein Eindruck, den man als Tourist bekommt? Man geht vom Hauptbahnhof in die Stadtmitte und landet direkt zwischen Sex-Shops, Porno-Kinos und zwielichtigen Ramschläden, in denen halbseidene "Menschen mit Migrationshintergrund" (wir sagen hier "Paselacken") Hehlerware verramschen. Erst nach einem zwanzigminütigen Fußmarsch sieht man dann auf einmal die "normalen" Einzelhändler. Im Nachhinein habe ich dann gehört, dass man wohl lieber auf die "Zeil" hätte gehen sollen, aber wer sagt einem sowas? Ja okay, es gibt sowas wie Touristeninformationen oder einheimische Festangestellte, mit denen wir täglich acht Stunden gearbeitet haben, doch die Barrieren zwischen denen und uns Dienstleistenden mussten erstmal aufgebrochen werden, was beinahe die vollen vier Wochen dauerte.
Aber es war natürlich nicht alles schlecht. Zum Beispiel konnte ich die "best Worscht in town" verköstigen, die es in verschiedenen Schärfegraden gibt. Und im kleinen Hotel, welches direkt im Gewerbegebiet gegenüber der Arbeitsstelle lag, haben sich die asiatischen Inhaber rührend um uns gekümmert, um den durch die angrenzende Autobahn und damit verbundenen Stress durch Lärm wohl ein bisschen zu mildern. Allerdings kamen die Burschen mir ein bisschen zu unterwürfig daher. Vielleicht war aber auch nur der Wortschatz ein bisschen beschränkt, nämlich auf die Worte "tut mir leid" und "Verzeihung". Das sah dann morgens wie folgt aus: Sobald man am Frühstücksbuffet auch nur ein Scheibchen Käse von der dafür vorgesehenen Platte entfernte, kam besagter Bediensteter sofort und sagte: "Tu mi lei... hole neu". Mir kam schon der Verdacht, der Knabe hieße vielleicht "Tu Mi Lei", doch bestätigen kann ich es nicht.
Alles in allem (oder in alles) bin ich aber froh, wieder in der Heimat zu sein, nicht zuletzt, weil man hier die Möglichkeit hat, mal eben um die Ecke in eine Pizzeria, Dönerei oder Pommesbude zu gehen. Das habe ich da ein bisschen vermisst. den Thai-Imbiss aber werde ich erstmal meiden; ich kann keine Verneigungen mehr sehen. Und die Badesalz-DVD kommt nach ganz hinten ins Regal, da ich vom Hessischen auch erstmal genug habe. Sonst geht's mir gut und ich freue mich darauf, die Auslöse für unnötigen Schnickschnack auf den Kopf zu hauen. Vielleicht kaufe ich mir dieses eine neue Buch, in dem es um die Sinnlosigkeit in manchen tagebuchartigen Blogeinträgen geht...
Es war sicher nicht die beste Idee, vor dem morgigen Arztbesuch eine Kohlsuppen-Konserve zu vertilgen, da der Onkel Doktor im Zuge der Untersuchung wahrscheinlich wieder wie wild auf dem Bauch rumdrückt. Ich bin nur gespannt, welchen Aggregatzustand die hoffentlich vermeidbare Schadstoffemission annimmt, doch nach der mittlerweile mehr als einwöchigen Magen- und Darmgrippe stehen die Zeichen eher auf "flüssig" als auf "gasförmig". Wohl bekomm's.
An die netten Singlefrauen: Das ist natürlich alles nur Fiktion, ist doch klar...also ein "igitt" oder ähnliches will ich nicht gehört haben.
Das war Russisch, in kyrillischer Schreibweise. Übersetzt heißt es soviel wie "Orkan" oder von mir aus auch "Hurricane". Und wie lautet der Name des momentan über uns hinwegfegenden und vehement gegen die Scheiben drückenden Vertreters dieser stürmischen Gattung? Genau: "Kyrill". Ich wüsste gerne, welcher Idiot wieviel Wind gesät hat, dass wir nun einen solchen Sturm ernten. Vermutlich sind es Sittenverfall, Billiglöhne, Kriminalität und "Deutschland sucht den Superstar", die den Allmächtigen so sehr entzürnt haben, dass er nun dieses Unwetter schickt. Verstehen könnte ich es...
Ein neuer Fall ist geboren: Der vorwurfsvolle "Vorwurfsfall". Eigentlich handelt es sich um den Modus eines Verbs oder - in der hier beschriebenen Konstellation - einen neuen Stern am Himmel der rhetorischen Stilmittel, den ich hiermit auf den Namen "Opalativ" taufe (bitte nicht verwechseln mit dem "Optativ", auch wenn diese "Wunschform" gar nicht mal so weit entfernt ist, jedoch vermutlich in eine andere Richtung zielt).
"Ich dachte, du hättest mal angerufen!"
Hier kommt direkt das Paradebeispiel und schon ist auch der Namensgeber dieser Figur auszumachen, denn wer sonst würde sich eines solchen Untertones bedienen, wenn nicht der Opa? Niemand sonst ist in der Lage, soviel Missmut und negative Energie in einen Satz zu legen, alleine in dem Willen, das Gewissen des Gegenübers zur notorischen Beißwut abzurichten, ja, es zu einem Folterknecht zu drillen, der einem schlaflose Nächte und - von Bürojobs ausgehend - Tage bereiten soll.
Eingeleitet wird der Opalativ immer mit dem inhaltlich falschen Präteritum "ich dachte". Dazu gesellt sich dann noch schnell der Konjunktiv II, der in diesem Fall als Irrealis Verwendung findet: "...du hättest mal angerufen." Nein, habe ich nicht. Die Möglichkeiten sind unerschöpflich, man kann einem quasi aus allem einen Vorwurf machen und diesen direkt durch den Opalativ implizieren.
"Ich dachte, du wärst mal vorbeigekommen!"
Der nächste Klassiker. Ich will ja verstehen, doch ich kann es einfach nicht, denn mir käme es nicht in den Sinn, auf diese Weise die Mimose zu spielen und meiner Enttäuschung, für die es keinen rechten Anlass gibt, Ausdruck zu verleihen. Es ist alles eine Sache der Verhältnismäßigkeit und des persönlichen Empfindens, das gebe ich zu. Aber ich kann sehr gut damit leben, wenn der Opa mich mal an einem Tag keine 14 Mal telefonisch erreicht und ich auch nicht rund zwei Drittel der Wochentage dort zu Besuch bin, um mir die ewiggleichen und ewiggestrigen Geschichten anzuhören. Also wenn ich 63 kg beleidigte Leberwurst will, gehe ich zum Metzger und bestelle sie mir. Geschnitten, nicht am Stück!
Doch es ging ja ursprünglich um den Opalativ und dazu nun noch meine abschließende Frage: Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Nächstes Mal: Mundopaganda.
Sooo, das Jahr neigt sich dem Ende und ich versuche, ein bisschen zu resümieren, bzw. den Blick nach vorne zu richten. Und keine Angst, ich fange nicht das Labern an, sondern beschränke mich auf wenige Gedanken.
Also entgegen meiner im Oktober aufgestellten Vermutung habe ich meine Lohnsteuerkarte für 2007 schon abgegeben und auch die aus 2006 wird noch die Einträge dreier Arbeitstage aufweisen. Wer hätte gedacht, dass das nochmal was wird? Also ich nicht. Jedenfalls schimpfe ich mich nun EDV-Operator, aber zu erklären, was ich genau da mache, nähme zuviel Zeit in Anspruch. Ich sage es einfach mit den Worten des Personalchefs: "Sie sind zwar überqualifiziert, aber ich kann ihnen erst einmal was anbieten, damit sie aus diesem Hartz IV rauskommen." Und ich finde, das ist doch der erste Schritt und der ist nun getan.
Der Opa ist nun natürlich beleidigt, da ich nicht permanent zur Verfügung stehe und er mich nach einer Nachtschicht nicht schon morgens mit Anrufen belästigen kann. Sein Wunsch, ich möge doch so, so, so hoffentlich eine Arbeit finden, war also stets geheuchelt, wie man schon länger vermutete. Er lebt in seiner eigenen Welt, kann nicht verstehen, dass man auch mal eine Arbeitsstelle annehmen muss, deren Anschrift nicht denselben Straßennamen trägt, wie der Wohnsitz des Arbeitnehmers und dann noch nicht einmal den Sprit bezahlt bekommt, wenn man mal von Essen nach Düsseldorf fahren muss. Und Lücken im Lebenslauf sind doch auch nichts dramatisches, was sind schon zweieinhalb Jahre Joblosigkeit im Zeitalter des Kosmos? "So lang is datt schon? Wie die Zeit vergeht..." Sach bloß.
Dann hätten wir da noch eine magische Zahl, nämlich diese schon in der Werbung als furchterregend dargestellte 19. Aber da bleibe ich direkt in den Gefilden der Fernsehwerbung und scheiße auf die Mehrwertsteuererhöhung wie das "KiK-Männeken". Also auf beides, wenn man es genau nimmt. Oder auf die Werbung gleich mit, genau. Ändern kann man es jetzt nicht mehr und ich bin ohnehin der Überzeugung, dass die vielen versteckten Preiserhöhungen den Kunden um einiges mehr kosten. Benzin wird auch wieder teurer, aber da zitiere ich einfach aus einem bekannten Hit meines Beinahe-Namensvetters: "Und kost' Benzin auch drei Mark zehn... scheißegal, es wird schon gehn..."
Es gibt nämlich Schlimmeres, zum Beispiel, dass meine Stecklinge anscheinend keinen Lebenswillen mehr haben, bzw. meine Pflege der kleinen Kumpanen aufgrund mangelnder gärtnerischer Erfahrung eher stümperhaft ist. Habe ich sie auf dem Gewissen? Einer der kleinen Burschen in meinem Fensterbank-Gewächshaus scheint aber noch tapfer durchzuhalten und ich hoffe, ihm im Frühjahr die Freiheit in einem geschmeidigen Beet schenken zu können. Jetzt denken sicher alle: "Klar, was züchtet so ein junger Bursche wohl für ein Gewächs, der will doch sicher nur einen durchziehen." Aber mitnichten. Ich habe anscheinend so viel Zeit mit den Rentnern verbracht, dass ich mich für die ansonsten eher den älteren Semestern zugeschriebenen Hobbies interessiere: Gärtnerei und Heimwerkern. Ach ja, und das Motzen natürlich. Die Handgelenktasche, die den Notizblock zum Aufschreiben von Falschparkern beinhaltet, ist auch schon geordert.
Im Ernst: Es handelt sich bei den Ablegern um meine persönliche Lieblingsblume, nämlich die Kapmargerite (Osteospermum), worüber ich aber gerne ein anderes Mal referiere. Ich kann die Spannung des Lesers förmlich spüren. Witzig war lediglich der Kauf des Gewächshauses, weil mir an der Kasse der Gedanke kam, die Frage "brauchen sie 'n Bon" bewusst falsch zu interpretieren als "brauchen" oder "rauchen sie 'nen Bong" und mit einem "nee, ich habe schon einen" oder "rauche nur Tütchen" zu antworten. Naja, man muss dabei gewesen sein. In meinen Hirnwindungen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich von diesen Drogen Abstand nehme, aber dafür süchtig nach Currywurst und Spezi bin. Jedem das Seine.
Phrasendrescherei fehlt noch, wie man sie allüberall hat wahrnehmen können in den letzten Tagen. Ob vom resignierten "wir müssen ja gesund bleiben, damit wir arbeiten können und wir müssen arbeiten, damit wir leben können" bis zum schlüpfrig-schmierigen "rutsch gut rein"; es war alles dabei. Und das mehrfach. Wäre ich nicht so ein Supermarktmusik-Fetischist, ich hätte den Laden nur noch mit Oropax betreten, um dem aus dem Weg zu gehen. Alles wird gut oder schlecht, alles wird besser oder schlechter oder Schlächter, alles wird anders, Anders wird Lanoo (oder ist es ja bereits), usw.
Wie dem auch sei: Ich halte jetzt den Rand und wünsche allen - meine Person eingeschlosssen - ein wirklich frohes neues Jahr 2007 und hoffe mal, dass es vor allem eines wird: GESCHMEIDIG.
Ich mache es kurz, bin kein Redner. Ein schönes und frohes Weihnachtsfest wünsche ich meiner Familie, meinen Freunden, meinen guten Bekannten und allen, die sich zufällig oder absichtlich auf meine Seite begeben, oder sonstwie in mein Leben getreten sind.
Lasst Euch reich beschenken mit Gesundheit, Glück und Zufriedenheit und macht Euch ein paar besinnliche und entspannte Tage!
In diesem Sinne
Euer Docster
Damit meine ich nicht die französisch ausgesprochene Version des Heiligabends mit einem gehauchten "H" (h aspirée, wenn wir uns erinnern), sondern den Tag davor, der in meinen Befürchtungen ja der überlaufenste sein würde, was den Betrieb auf den Straßen und in den Geschäften angeht.
Doch ich wurde eines besseren belehrt. Das kleine Schwesterlein und ich machten eine Tour nach Bottrop, um bei Trends ein bisschen zu bummeln und schon auf dem Weg dorthin war die Hauptverkehrsader B224 verdächtig leer - ebenso wie der Parkplatz. Und der Laden selbst? Also ich zählte mehr Verkäufer als Kunden, was aber nicht daran lag, dass man für den Run auf die letzten Geschenke noch zusätzliche 2.000 Kräfte eingestellt hatte.
Dann ging es auf in die nächste Stadt: Mülheim a.d. Ruhr. Hier wollten wir uns ins Rhein-Ruhr-Zentrum wagen und wer mal an einem normalen Samstag dort einkaufen war, der weiß, dass man starke Nerven und ausreichend Sprit für die mindestens halbstündige Stau-Steherei und Parkplatzsuche mitbringen muss. Nicht so einen Tag vor Heiligabend. Zwar herrschte nicht direkt gähnende Leere, aber im Vergleich zu sonst war wirklich nix los.
Im Getränkemarkt schließlich warteten vier Kassiererinnen auf uns, die wir die einzigen Kunden waren. Ein bisschen fühlte ich mich an den Film "28 days later" erinnert, in dem der Protagonist plötzlich mutterseelenallein durch das verlassene London zieht.
Meine Theorie ist ja, dass viele Menschen einen ähnlichen Gedanken hegten, wie ich ursprünglich, nämlich, dass man besser daheim bliebe, um dem großen Ansturm zu entgehen. Oder natürlich, es haben alle nochmal einen Winterurlaub gebucht, ehe das Geld im nächsten Jahr noch knapper wird (wobei wir doch mit dem großen Aufschwung rechnen, also keine Panik).
Ein bisschen voller wurde es dann abends auf dem Weihnachtsmarkt am CentrO Oberhausen. Allerdings war ich letzten Endes voller als die Promenade, was nicht zuletzt an einigen Glühwein mit Schuss lag. Die führten in Kombination mit einem halben Meter Bratwurst und Champignons in Knoblauchsoße sogar dazu, dass ich in einem bis 22.00 h geöffneten Herrenoberbekleidungsgeschäft, welches meine Oma immer als "Sankt Oliver" bezeichnet, noch einen schönen Schnapper machen konnte. Natürlich nicht zuletzt durch die Unterstützung des Schwesterleins, das noch eine Spur angeheiterter war und mit den Angestellten feilschte, die mir wahrscheinlich deswegen 40 % auf die von mir erworbenen Schuhe gaben, damit wir schleunigst den Laden verließen.
Der Kauf wurde noch mit einem Stück fettiger Salamipizza gefeiert und ich muss sagen, es war ein gelungener Tag. Der Mageninhalt hat auch nicht den Ein- als Ausgang gebraucht und somit steht einem frohen Fest nichts mehr im Wege, welches ich dem Leser noch in einem gesonderten Eintrag wünschen werde...
Kurz zur Vorgeschichte: Das Mehrfamilienhaus, in dem ich wohne, gehörte meinen Großeltern, doch stellte eine zu hohe Belastung für die beiden da - keine finanzielle, sondern nervliche und körperliche. Doch anstatt es in einem fürsorglichen Enkel zu überlassen, wurde es an einen Immobilienheini veräußert, der daraus direkt Eigentumswohnungen für Kapitalanleger machte, welche in die Hände einer überaus inkompetenten Hausverwaltung geraten sind.
Anfang August bekamen wir dann die Abrechnung der Nebenkosten, welche für die einzelnen Mieter sehr unterschiedlich ausfiel. Während man mir z.B. knappe 14 Euro zurückerstatten wollte, sollte ein anderer Mieter mal eben 400 Euro nachzahlen. Die Abrechnungsgrundlage war eine ganz andere als die von Opa verwendete und plötzlich sehnte man sich den alten Eigentümer zurück. Zahlungsziel war übrigens der 15. August, während die Herrschaften Hausverwalter die Guthaben erst Ende August auszahlen wollten.
Aber es kam ja ganz anders, da natürlich viele Mietparteien Widerspruch einlegten. Plötzlich wurde nämlich nochmal alles neu berechnet und während der eine Stratege mit den 400 Euro nur noch 80 nachzahlen sollte, wuchs mein Guthaben von 14 auf 84 Euro an. Das hatte anscheinend die Eigentümerversammlung so beschlossen. Nur wer ist nun der angeschmierte? Offensichtlich stimmt doch da hinten und vorne nix mehr.
Sollte mir aber auch egal sein, schließlich kriege ich ja mehr raus. Diesmal hieß es, man zahle die Beträge Ende Oktober aus. Na sicher doch. In der zweiten Novemberwoche musste ich dann - mangels Geldeingang auf meinem Konto - schon daran erinnern. Und nun der erste Kracher: Die überaus unfreundliche Angestellte teilte mir mit, man habe noch nicht von allen Mietern die Nachzahlungen erhalten und wolle das Konto nicht so weit "in die Miesen fahren", weshalb es sich ein wenig verzögert hätte. "Geht nächste Woche raus."
Was kann ich dafür, wenn die Paselacken hier im Haus ihrer Zahlungspflicht nicht nachkommen und die Hausverwaltung anscheinend nicht liquide genug ist, ihre Schuld zu begleichen? Doch ich blieb relativ geschmeidig, äußerte nur kurz meinen Unmut und wartete. Bis gestern. Da blieben die Versuche, jemandem im Büro der blonden Besen zu erreichen, jedoch ohne Erfolg. Klar, ich rief ja auch um 14.30 h an - also außerhalb der Bürozeiten. Die Damen erscheinen wohl nur für ein fünfstündiges Dauerschläfchen.
Heute morgen dann, um 9.15 h (Arbeitsbeginn ist bei denen laut Band um 9.00 h) hatte ich dann eine andere Tante am Apparat. Und wieder blieb ich freundlich, während Madame schon durchblicken ließ, sich ein wenig gestört zu fühlen. So früh am Morgen kann ich das verstehen. Mein Beileid.
"Ich hatte vor einem Monat schon einmal angerufen, sie erinnern sich?" - "Ach so, das Geld ist aber raus." - "Das ist merkwürdig, denn ich sitze gerade vor dem PC und kann hier keine entsprechende Kontobewegung feststellen. Wann haben sie es denn rausgeschickt?" - "Da muss ich mal die Kollegin.. ach, die ist gerade verschwunden.. kann ich sie zurückrufen?" Natürlich konnte sie. Aber dazu brauchte die Furie satte anderthalb Stunden, nur um mich mit einem "geht nächste Woche raus. Danke, Tschüss" abzuwürgen. Ich kam nicht mal mehr zu Wort.
Ist wohl eine ähnliche Standardantwort wie in den Imbissbuden die Auskunft darüber, wie lange denn die Zubereitung des Essens dauert. Ganz gleich, wie voll der Laden ist, der indische Pizzabäcker sagt immer nur: "Zehn Minut!" Naja, mittlerweile ist der Durchmesser meiner Halsschlagader wieder geschrumpft. Da ich aber damit rechne, dass das Geld nächste Woche noch immer nicht drauf ist, sollte ich die Verwaltung wohl mal in Verzug setzen und als letzten Schritt ankündigen, den Betrag einfach von meiner Miete abzuhalten. Ich möchte nicht wissen, was dann sofort für ein Ärger entsteht.
Oder ich sage einfach, dass es mir noch nicht so recht passt mit der Überweisung der Miete, da ich mein Konto nicht so strapazieren will und durchaus besseres mit meinen Finanzen vorhabe. Ich glaube, ich mache eine Umschulung zum Mietnomaden, dann können die mal sehen, wie sie gucken! Vollidioten.
Zitat von Axel Schulz nach dem mehr als enttäuschenden Kampf gestern. Det gloob ick ooch, wa. Man konnte wirklich beinahe Mitleid bekommen, so wurde er vorgeführt. Doch 1,5 Millionen Euro für eine knappe halbe Stunde Rumstehen sind doch gar kein schlecht verdientes Geld.
Ich weiß auch, wo der Haken war, der ihm einen Haken verpasste: Er hatte seine Fackelmann-Mütze nicht auf und ohne diese ist er nur ein halber Mensch. Selbst bei seiner Hochzeit durfte die ja nicht fehlen und das legt die Vermutung nahe, dass sie einen Chip enthält, auf dem die paar wichtigen Bewegungsabläufe, sowie der Wortschatz gespeichert sind. Hirnersatz quasi. Alles versteckt in dem kleinen Nübbelchen an der Mützenoberseite. Da, wo sonst der Propeller sitzt.
Eine andere Theorie wäre, dass er möglichst schnell in den VIP-Bereich zu den übrigen D- bis F-Promis wollte, um mit ihnen den üblichen und leider oft auch gesendeten, stumpfen Small Talk zu halten. Hier tümmelten sich auch viele Privat-Proleten, die während der übertragenen Interviews eindrucksvoll demonstrierten, dass sie auch alle ein Handy haben und sogar schön in die Kamera winken können. Da muss ich an Kalkofes Persiflage auf Hans Rosental denken: "Nicht winken.. in der Großstadt!" Klar, peinlicher Kampf und anschließend das peinliche Publikum.
Der Abend war jedenfalls der komplette Reinfall. Schade um den ganzen Aufwand, den man betrieben hat. Unter gestalterischen Aspekten hat mir der von Leuchttafeln mit Szenen aus Axel Schulz' Karriere illuminierte Gang am besten gefallen. Aber das nur am Rande.
Die großartig als "Nacht der Antworten" angekündigte Vorstellung endete für Schulz jedenfalls in einem Desaster und er gab die passendste Antwort am Ende selbst: "Ick hab' einfach beschissen jeboxt. Ick hab' mich übaschätzt."
Versuch macht kluch.
Diesmal geht es nicht um den Fadenvorhang, der der meistgesuchte Begriff auf meiner Seite hier ist und mich sogar bei Google nach ziemlich weit oben katapuliert hat. Nein, es geht um meine faden Vorhänge und Gardinen. Zugegeben, sie könnten mal wieder eine Reinigung vertragen (wieso "wieder"?), aber ich bezweifle, dass sie mir im sauberen Zustand besser gefallen.
Das Problem ist einfach nur, dass sie teilweise extreeem teuer waren, was man ihnen aber nicht ansieht. Naja, höchstens, wenn man auf das fröhliche Häschen achtet, was da unten am Saum baumelt. Aber muss ich sie deshalb ein Leben lang behalten? Kauft überhaupt jemand gebrauchte Gardinen und Vorhänge? Was sind die Alternativen, doch lieber was Günstiges, was man dann schneller mal wieder wechselt oder gar wechseln muss, weil einfach der Verschleiß aufgrund minderwertigerer Qualität ein höherer ist?
Irgendwie habe ich den Faden verloren...
Letztens ist es wieder passiert: Ich habe mir beim Einkaufen einen Ohrwurm eingefangen und zwar einen von der ganz üblen Sorte, also diese Viecher, die man zwar schon sooo oft hatte, aber nicht mehr zuordnen kann. Ist immer so, da bekomme ich die letzten Textzeilen mit, kann sie aber aufgrund des allgemeinen Treibens in den Gängen nicht richtig verstehen und habe somit keinen Anhaltspunkt für eine Volltextsuche und der "MusicFinder"-Service mancher Mobilfunkbetreiber ist ebenso irritiert von den Störgeräuschen. Ist der Stör nicht ein Fisch? Wieso macht er Geräusche im gesamten Supermarkt, kann er sich nicht auf die Fischtruhe beschränken? Und wieder ein Witz für "7 Tage - 7 Köpfe".
Aber im Ernst: Das macht mich madig, zumal ich nur eine gewisse Passage aus dem Lied summen kann. Und das nicht mal richtig, da mein Gesangstalent entweder zu wünschen übrig lässt oder gar nicht vorhanden ist. Kann man einfach den Marktleiter nach diesen den Kunden einlullenden Endlosschleifen fragen? Oder vielleicht in den CD-Laden rennen und dem Verkäufer ein Ständchen bringen? Das wäre vielleicht eine Übung gegen soziale Phobie... vielleicht sollte ich es mal tun.
Ich sehe sie alle, ich zeichne sie auf, ich sammle sie und informiere mich. Aber irgendwie ist der Inhalt - sei es in gedruckter oder anderer Form - oft nicht zufriedenstellend, da entweder die detaillierten Beschreibungen irgendwelcher Umbaumaßnahmen und Verschönerungen fehlen oder umgekehrt alles auf den Heimwerker zugeschnitten ist, aber in dem Fall wiederum das Design auf der Strecke bleibt.
Oftmals hat man auch den Eindruck, dass die in vielen Wohnsendungen gezeigten Umgestaltungen lediglich einen Showeffekt besitzen sollen und man sich eher wie in einem Schaufenster oder perfekt gestylten Möbelhaus fühlt, wo man sich nicht traut, auch nur die kleinste Kleinigkeit anzufassen, geschweige denn zu verrücken. Verrückt.
Man muss sich also wirklich die verschiedensten Tipps mühsam zusammenklauben, also am besten eine Anregung in der Wohnzeitschrift holen und dann etwas über die Umsetzung in Fachbüchern für Maler, Schreiner, Trockenbaumonteure suchen. Denn wie oft heißt es "die Wand wird mit einem Paneel aus MDF verkleidet" und kein Schwein weiß, wie man es hinbekommt, dass die Schraubbefestigung nicht zu sehen ist.
Andererseits könnte man auch den Herstellerhinweisen in den Zeitschriften folgen, doch ist mir aufgefallen, dass immer öfter für den Normalverdiener unerschwingliche Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände angepriesen werden. Bedeutet also "schöner wohnen" sofort auch "teurer wohnen"?
Vielleicht nicht, aber es setzt zumindest handwerkliches Geschick, Ideenreichtum, ein kreatives Köpfchen und Händchen für Dekoratives und zugleich Praktisches voraus. Möglicherweise wäre das eine Marktlücke: Einfach mal für jedermann erschwingliche Wohnkonzepte vorstellen, Adressen für günstige und zugleich gute Artikel sammeln und nachvollziehbare Anleitungen liefern, die auch für den Laien verständlich und mit ein wenig Übung auch umsetzbar sind.
Ob da Interesse besteht....?
Na, kommt irgendwem der Buchtitel bekannt vor? Es handelt sich um ein Bilderbuch, welches mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. Mir war lediglich der Name dieses Reliktes aus meinen Kindertagen entfallen, doch ich habe noch einzelne Bilder vor Augen und weiß, dass es schon irgendwie schrecklich auf mich wirkte damals.
Jedenfalls unterstellten mir sowohl Mum, als auch meine Schwester, ich hätte mir diese Schauergeschichten nur ausgedacht, woraufhin ich todesmutig in den mütterlichen Keller ging - der noch gruseliger ist als das Buch - um eben dieses zu suchen. Aber leider konnte ich es in den düsteren und unaufgeräumten Weiten nicht finden, wodurch ich wieder mal diverse Online-Auktionshäuser und Suchmaschinen bemühte, um jetzt endlich fündig zu werden.
John Burningham - "Was ist dir lieber...". Ein lautes "HA!" an dieser Stelle. Aber gleichzeitig macht sich auch wieder die Furcht breit, die mir schon damals das auf dem Titelbild befindliche Schwein einjagte.
Und jetzt weiß ich endlich auch, wieso Rothaarige so wenig Anklang bei mir finden - man beachte nur das Kind, welches sich den Roller mit dem Schwein teilt. Rote Locken! Dazu noch diese Ballerina-Schuhe, da muss man als kleiner Junge beim Lesen doch Angst bekommen. Das (vordere) Schwein hat auch keine Hose an, das ist also anscheinend nicht erst seit Goleo in Mode. Naja.
Hier zitiere ich mal die Kurzbeschreibung (gefunden auf amazon.de):
Was ist dir lieber, dass ein Elefant dein Badewasser austrinkt, ein Vogel dein Mittagessen stiehlt, ein Schwein deine Kleider anzieht oder ein Nilpferd in deinem Bett schläft? Jede Seite dieses Bilderbuches ruft neue Monstren aus dem kindlichen Panoptikum des Schreckens auf. Spinnenschnitzel Schneckenknödel oder Stiere im Supermarkt. Sogar Eltern! Aber worüber man einmal gelacht hat, versetzt einen nicht mehr in Angst. 60 Angebote, sich zu entscheiden. Absurd, urkomisch, schön schrecklich und schauerlich, alltäglich und wunderbar grauenhaft. Ein feinsinniges und hintergründiges Buch zum Wonnegruseln. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Bilderbuchpreis 1980.
Sitzen da eigentlich auch Kinder in der Jury? Also ich hätte keinen Preis verliehen, soviel steht fest. Aber eines muss man dem Buch lassen: Es hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sonst hätte ich nicht nach 26 Jahren noch eine so genaue Vorstellung davon.
Ich versuche gleich mal zu schlafen, bin mir aber nicht sicher, ob es gelingt. Vielleicht lenke ich mich mit dem Struwwelpeter ab...
Klar, jetzt denken zig Frauen an das allmorgendliche Prozedere, wenn es darum geht, den schnarchenden, sabbernden und womöglich noch furzenden Faulpelz auf der Beifahrer- oder Fahrerseite des gemeinsamen Bettes aufzuwecken, um ihm mitzuteilen, dass das Frühstück, welches man ihm mit der noch immer wie am ersten Tag währenden Liebe bereitet hat, schon parat steht.
Mich aber plagt ein wesentlich unangenehmeres Problem: MEIN Arsch ist eingeschlafen, was nicht zuletzt an dieser Trecker-Sitzschale liegt, auf der ich ihn platziert habe. Und sowas verkaufen manche Möbelhäuser als PC-Stuhl. Schläft dann eigentlich der Schließmuskel mit ein und man verliert die Kontrolle über den anderen Stuhl? Gott bewahre!
Jetzt zieht dieses schmerzhafte Gefühl auch noch weiter in die Beine und ich weiß genau, was nachher passiert, wenn das Blut zurückschießt in die beinahe abgestorbenen Extremitäten. Aua, aua, aua. Nee Kinder, ich muss jetzt hier weg, denn schon droht eine weitere Gefahr: An der kalten Sitzfläche festfrieren. Aber wenigstens spüre ich davon nix mehr. Grenzt ja fast an so manch' dramatische Filmszene, wenn ein Sterbender "mir ist kalt... ich kann meine Beine nicht mehr spüren.. ich glaube, ich schaff's nicht..." aushaucht.
Da ich kein devoter Hobbysklave bin, der sich ordentlich den Hintern hauen lässt, bleibt mir nix anderes übrig, als einfach nur durch die Bude zu laufen, kriechen oder robben, bis sich endlich alle Körperteile bequemt haben, aufzuwachen. Wobei die dann auch fast schon wieder pennen können, wenn ich so auf die Uhr sehe.
Eine angenehme Nacht und morgen früh viel Spaß mit dem "Würstchen im Schlafrock", sofern ihr neben einem nächtigt. Aber es gibt ja auch noch glückliche Beziehungen...